Schmierenkomödie am Ernestinum
Nach
dem großen Skandal um die Alkoholfahrt von EKD-Chefin Margot
Käßmann und den zahllosen jüngst bekannt gewordenen
Fällen von Kindesmißbrauch durch katholische Geistliche
haben die christlichen Kirchen offenbar wieder einmal nichts Besseres
zu tun, als den moralischen Zeigefinger gegen Andere zu erheben.
So wurde gestern am Coburger Gymnasium Ernestinum unter Federführung
der katholischen Kirche ein skurriles Theaterstück gegen Rechts
aufgeführt. Durch diese Wanderzirkusvorstellung möchte das
Ernestinum seiner im letzten Jahr erworbenen Auszeichnung "Schule
ohne Rassismus" gerecht werden, welche seit 1995 vom steuerfinanzierten
Multikulti-Verein Aktion Courage e.V. an politisch besonders korrekt
ausgerichtete Bildungseinrichtungen verliehen wird.
Vor der "subtilen" Mitgliederwerbung der Rechten gerade
durch kostenlos verteilte Schulhof-CDs müsse man die Jugendlichen
unbedingt warnen, erklärt Zeremonienmeister Jean-François
Drozak dem versammelten Publikum. Dann geht es auch schon los mit
dem Theater, genauer gesagt mit der Schmierenkomödie: Drei Schulkameraden
werden während der großen Pause von einem Unbekannten angesprochen
und bekommen eine geheimnisvolle CD geschenkt. Anschließend
gleich ab in den rechten "Jugendclub", wo es Freibier gibt
und man das Boxen lernen kann. Dort wird einem dann auch der Hitlergruß
und das Parolenschreien beigebracht. Als Erkennungszeichen erhält
man SS-Runen auf die Brust geritzt. Was fehlt da noch zum perfekten
Klischee? Genau. Der obligatorische Baseballschläger ist natürlich
auch mit von der Partie - genauso wie allerlei Hakenkreuze und die
unvermeidliche "Geheimzahl" 88, die dem ganzen Stück
dann auch seinen Namen gibt. Nach einer knappen Stunde ist es damit
aber schon wieder vorbei, nachdem lautes Kirchenglockengeläut
vom Tonband das Parolengegröle übertönt und die jugendlichen
Schreihälse sich daraufhin nach und nach verdrücken. Applaus.
Anspielungen
auf die NPD kommen in "acht.acht." reihenweise vor, eine
direkte Nennung des Parteinamens erfolgt jedoch bewußt nicht.
Kein Wunder, denn die Darstellung ist äußerst tendenziös
und entspricht bis auf tatsächliche CD-Verteilungen nicht einmal
ansatzweise der Wirklichkeit. Man kann daher getrost davon ausgehen,
daß die Macher selbst ganz genau wissen, was sie da in Wahrheit
fabriziert haben - nämlich: nichts weiter als billige Hetze!
Leid tun können einem am Ende eigentlich nur die mitwirkenden
Schüler, die irgendwann laut neuesten Studien zu einem großen
Teil nicht ausbildungsfähig sein werden. Aber was soll’s?
Selbst dann kann man ja immer noch "Theaterpädagoge"
werden wie ein Herr Drozak.