Frankenwaldgymnasium möchte "Schule mit Courage"
werden
Lange hat Kronach
darauf gewartet, nun ist es endlich soweit. Nachdem der Kreisjugendring
allerlei bunte Bündnisse geschmiedet und die SPD ganze Arbeitskreise
gegen Rechts ins Leben gerufen hat, dürfen jetzt auch die Kronacher
Schulen nicht länger zurückstehen: Das Frankenwaldgymnasium
möchte laut Presseberichten schleunigst "Schule ohne Rassismus
- Schule mit Courage" werden. Als Katalysator dürfte hier
eine kürzlich mit großem Medienecho in der Stadt durchgeführte
CD-Verteilaktion der NPD gewirkt haben.
Mindestens 70 Prozent der Pennäler müssen mitmachen, damit
ihre Schule künftig das Qualitätssiegel schlechthin für
politisch korrekt ausgerichtete Bildungseinrichtungen tragen darf,
welches vom steuerfinanzierten Multikulti-Verein Aktion Courage e.V.
seit dem Jahr 1995 verliehen wird. Klassenweise Vorführungen
von "Schindlers Liste" oder der obligatorische Ausflug in
das nächstgelegene Konzentrationslager reichen jedoch längst
nicht mehr aus, will eine Schule die höheren gutmenschlichen
Weihen empfangen. Die Schüler müssen selbst aktiv werden,
mindestens ein eigenes Projekt pro Jahr durchführen und einen
prominenten Unterstützer finden.
Im vorliegenden Falle böte sich eventuell Frau Charlotte Knobloch
als Patin an, ihres Zeichens Vorsitzende des Zentralrats der Juden
in Deutschland, auf deren Einzug im "tiefbraunen" Kronach
ja auch die hiesigen Synagogen-Freunde schon lange sehnsüchtig
warten.
Gegen Rassismus und Diskriminierung will sich "Schule mit Courage"
angeblich einsetzen, hat dabei aber selbst im Blick, mögliche
Abweichler von der vorgegebenen politischen Einheitsmeinung auszumachen,
die eben doch nicht so gerne für noch mehr Praxisunterricht in
Schuldkult und Inländerfeindlichkeit unterschreiben wollen. Es
hat in Wahrheit überhaupt nichts mit Courage zu tun, sich lediglich
dem herrschenden Zeitgeist anzupassen. Im Gegenteil! Von daher zeigt
nur derjenige heute noch wirklich Mut und Courage, der hinterfragt,
kritisch bleibt und sich weder von linken Pädagogen noch von
irgendwelchen Nachwuchsantifaschisten seine eigene Meinung nehmen
läßt - sei sie politisch vielleicht auch noch so unkorrekt.
Warten wir ab, was aus dem ehrgeizigen Vorhaben am Frankenwaldgymnasium
wird. Nach allen Luftnummern und Eintagsfliegen im ehrenwerten Kronacher
"Kampf gegen Rechts" würde sowas wie ein langfristiger
Erfolg in der Tat überraschen.