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Ein deutscher Sommer in Bayreuth


Laut Nachrichtenmagazin Focus vom 12. Juli gibt es Anzeichen für einen "deutschen Sommer" und weiter heißt es "die Nation entdeckt sich neu". Schließlich verwandelt sich die fränkische Stadt Bayreuth jedes Jahr im Sommer auf dem Grünen Hügel zu einem klassischen Sehnsuchtsort des musikalisch interessierten Bürgertums.

Richard Wagner schuf ein Theater abseits der Metropolen. Hier verband er deutsche Mythen mit großer Opernkunst. Wagnerianer treibt die Sehnsucht nach dem Einzigartigen ins oberfränkische Bayreuth. Weil es die Bayreuther Festspiele nur einmal auf der Welt gibt, daher rührt ihre Anziehungskraft. Daß nur wenige daran teilhaben können in einer bürgerlichen Gesellschaft, die im Bann der Massenkultur steht, verstärkt diese Aura. Der Reiz des sommerlichen Hochkulturereignisses besteht auch in der Nähe der Stars zu ihrem Publikum. Auf gut Glück kann man die Stars und Regisseure bereits während der Probephase in Bayreuth treffen. Ein lässiger Lokalpatriotismus ist da zu besichtigen.

Zunächst waren es Großereignisse wie der europäische Liederwettbewerb und die Fußballweltmeisterschaft gewesen, die einen unverkrampften Patriotismus in den Blick fallen ließen. Schwarz-rot-goldene Flaggen wirken schon seit der WM 2006 nicht mehr peinlich, sie zeugen von einer neuen Selbstdefinition. Man fühlt sich nicht nur als Deutscher, sondern nimmt sich ganz selbstverständlich heraus, darüber gelegentlich in Begeisterung zu geraten. In heimischen Landschaften und Kulturtempeln gelingt das sicherlich noch leichter.

U
nsere oberfränkische Heimat als Gegenkonzept zur Massenkultur, welches als sinnstiftend wahrgenommen wird und für die Welt der Oper begeistern kann - diese Tradition gilt es zu bewahren.

 

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