Oliver Jauernig präsentiert: "Rechtsextremismus
in Oberfranken"
Am
Dienstag, den 17. November 2009 führt die Lichtenfelser SPD eine
abendliche Informationsveranstaltung zum Thema "Rechtsextremismus
in Oberfranken" in den Räumen der ehemaligen Synagoge in
Altenkunstadt durch. Als Referent tritt der Juso-Bezirksvorsitzende
und selbsternannte Rechtsextremismus-Experte Oliver Jauernig aus Naila
auf.
In seinem etwa eineinhalbstündigen Vortrag spricht Jauernig,
der zur politisch korrekten Erziehung der Jugend laut eigener Aussage
gerne auch an Schulen und in Vereine eingeladen wird, zunächst
allgemein über das "Problem Rechtsextremismus": "rechtsextreme"
Inhalte, wie man "Rechtsextreme" erkennen könne, welche
Erscheinungsformen es gäbe. Anschließend widmet er sich
dem "Rechtsextremismus" vor Ort, also im Raum Oberfranken.
Jauernig präsentiert dem Publikum eine von ihm selbst erstellte
Chronik aller "rechtsextremen" Aktivitäten in Oberfranken
des Jahres 2007. Seine Informationen gewinnt er hierbei überwiegend
aus simplen Internetrecherchen.
Sehr ausführlich werden von Jauernig die Aktivitäten des
Kameradschaftsbundes Hochfranken in den Landkreisen Hof und Wunsiedel
behandelt. Der Referent gibt u.a. zu, sich vor zwei Jahren unter einem
Phantasienamen heldenhaft Zugang zum E-Mail-Verteiler des Kameradschaftsbundes
verschafft zu haben. Aus seiner Feder dürfte daher auch ein zu
dieser Zeit auf dem linksextremen Internetportal Indymedia veröffentlichter
und mit Insiderinformationen gespickter entsprechender Bericht stammen.
In Kronach sei die "Patriotische Runde AUF GUT DEUTSCH"
vertreten, so Jauernig, momentan aber inaktiv. Wie das in Coburg ansässige
Verlagshaus "Nation Europa" habe sich auch die mit dem Verlag
verbundene Coburger Runde zuletzt in Richtung der NPD bewegt. Jauernig
berichtet von kürzlichen Protest-Aktionen gegen den Verlag und
zeigt einen angeblichen Drohbrief, den eine Demonstrantin im Nachhinein
von "Rechtsextremen" erhalten hätte.
In Gräfenberg (Lkr. Forchheim) hätten bis vor kurzer Zeit
regelmäßig "rechtsextreme" Demonstrationen stattgefunden.
Am Rande erwähnt Jauernig "rechtsextreme" Aktivitäten
in Bayreuth und Bamberg. In der Vergangenheit hätten zwar entsprechende
Kongresse oder Parteitage stattgefunden, gefestigte Strukturen vor
Ort gäbe es jedoch angeblich nicht.
Insgesamt hätten in den Jahren 2008 und 2009 "rechtsextreme"
Aktivitäten in Oberfranken um etwa die Hälfte nachgelassen,
so Jauernigs Milchmädchenrechnung.
Bei der anschließenden halbstündigen Diskussion zeigt sich
ein Teilnehmer zutiefst erfreut darüber, daß "Rechtsextremen"
in der Lokalpresse kein Forum geboten würde. Ein Gast aber beschwert
sich, daß andererseits offene Internetforen hiesiger Tageszeitungen
zunehmend von "rechtsextremen" Kommentatoren für Propaganadazwecke
genutzt würden. Das nennt man dann wohl ausgleichende Gerechtigkeit!
Eine gewisse Hilflosigkeit gegenüber "rechtsextremen"
Argumenten beklagt ein Diskussionsteilnehmer aus Gärtenroth,
der nebenbei einen in seinem Ort wohnenden NPD-Kandidaten menschlich
eigentlich ganz in Ordnung findet. Ein Gast interessiert sich für
das "rechtsextreme" Personenpotenzial in Oberfranken. Der
selbsternannte Experte Jauernig kann hierzu jedoch keinerlei Angaben
machen. Oder will er vielleicht nicht?
Die Veranstaltung wird kurz vor 21.00 Uhr für offiziell beendet
erklärt.